Literaturensöhne und Töchter

Dem Profi-Stalker wird vielleicht nicht entgangen sein, dass ich unter die Poetry Slammer gegangen bin.

So abgedroschen das klingt; Eine Zäsur ist das aufjedenfall für mich. Im Schnelldurchgang so intensiv eine Szene kennenzulernen, ist eine Erfahrung, die ich nur empfehlen kann. Das muss nicht mal unbedingt Poetry Slam sein.
Ich will jetzt hier aber auch nicht mit irgendwelchen „coolen“ Anekdoten und Geplapper langweilen.
Doch einige Aspekte, die Poetry Slam für mich bisher ausgemacht haben will ich doch mal zur Sprache bringen. Das wird dann ein wenig zu ausführlich und zu knapp ausfallen. Aber whatever. Weiterlesen

Albenschreiben 14 – The Paper Chase: God Bless Your Black Heart

Danach ist das Leben ein kleines bisschen mehr zu Ende. Du musst schon sagen, wo es wehtut. Sonst kann dir nicht geholfen werden. Du musst nur den ganzen Schmerz und all die Fehler irgendwie in eine kohärente Form bringen. Vielleicht wird noch was draus. Ein reines Package. Sei mal offen für neue Erfahrungen. Vielleicht haben die anderen ja doch recht.

Schwer zu glauben. Eigentlich alles. Ein Königreich für ein wenig Naivität. Ein wenig Pop, ein bisschen Klischee. Konfetti für den Alltag. Ein kleines Happening. Schwachsinn. Bitte verbinden Sie die einzelnen Punkte mit einem Kugelschreiber. Die Reihenfolge ist egal. Ich kann dort nichts erkennen. Vielleicht von Weitem. Der Abstand fehlt. Die Distanz zum Anderen ist unüberbrückbar. Die Crew macht sich bereit zum Entern. Wir werden alle über die Planken gehen.

Schätze warten darauf gefunden zu werden. An fernen Orten. Direkt unter unseren Augen. Geocaching für Sinn. Ich empfange kein Signal. Bitte wenden sie. Das Gerät zerschellt. Das Publikum buht. Ich hätte gern einen Cookie. Stattdessen werde ich bloß angeschrien. Ich schreie zurück. Mir fehlt die Stimme. Ich muss husten. Ich stelle mich in die Ecke und schäme mich vorbildlich. Ich ernte Applaus. Zur Kenntnis genommen.

Die Zugabe ist nur für geschlossene Gesellschaft. Wir bitten dies zu entschuldigen. Wir streben einen elitären Rahmen an. Partner mit Niveau. Sie geben ein gutes Bild ab. Von Hand verlesen und einzeln verpackt. Ein Qualitätsmerkmal. Man gratuliert sich gegenseitig. Man schätzt sich wert. Doch eine Einigung kann nicht gefunden werden. Nicht einmal ein Gespräch… Ein voller Erfolg.

Welten kollidieren hier. Wir erhalten Schubkraft und komprimieren die ominöse Leere zu Diamanten, die wir stolz zur Schau stellen. Swag muss sein. Unser schwarzes Herz zwingt uns dazu. Wir erhalten freien Eintritt auf dem Rummel. Wir stellen uns an den Autoscooter und beleidigen Ältere. Eine Zuckerwatte und ein Bier heilen alle Wunden. Sie hatten Recht.

Albenschreiben 13 – Cosmosquad: Squadrophenia

Anspitzen. Um Schärfe aufzunehmen. Zu lange stumpf. Es hat sich nichts gesammelt. Ich bin Lotus. Die Dinge gleiten an mir ab. Hinterlassen keine Spur. Keine Ausbrüche, keine Gefangenen. Ein Sturm zieht über mich hinweg. Ich lasse mich nicht beeindrucken. Ich bin nur halb aus Zucker. Die andere Hälfte Fett. Mein Schutzwall, wie ich ihn liebevoll nenne. Sitzen bleiben hat noch niemandem geschadet.

Ich addiere eine Oktave nach unten und reise durch die Zeit. Ich kenne diesen Ort. Ich war früher schon einmal hier. Es hat sich nichts geändert. Ich behaupte, mich auszukennen. Den Weg kann ich trotzdem nicht mehr finden. Das finde ich merkwürdig. Merkst du noch was? Eben.

Die Geschwindigkeit zieht an. Du siehst hübsch aus in diesem Kleid. Der Kerzenschein steht dir. Solltest du immer so machen. Ein deepes Gespräch. Jetzt schön, Morgen wieder vergessen. Das Glas zerspringt. Der Boden ist in Rot ertränkt. Ich fische dich heraus. Mund-zu-Mund-Beatmung. Mein alter Trick. Es funktioniert noch immer. Dieser Moment wird bleiben. Du auch? Du ringst nach Luft.

Ich bleibe jetzt lieber instrumental. Ich kann doch nicht so mit Wörtern. Stimmung muss allerdings sein. Partyhüte passen immer. Sie zaubern ein Lächeln auch auf das traurigste aller Gesichter. Geh mal so in einen Westernsaloon. Wirste erschossen. Aber die Leute lächeln. Wahrlich magisch. Ich besitze immer die neuste Kollektion. Dazu passend: Eine Papiertröte in jeder Tonart. Ich bin ein Mann des Blues.

Der Bleistift bricht ab. Ansonsten wäre es ganz sicher das vollkommene Kunstwerk geworden. Ich gebe auf. Die Flammen züngeln lustig aus dem Mülleimer. Geliebte Erinnerungen werden verbrannt. Es darf einfach nichts mehr bleiben. Ich werde unhistorisch. Ich setze mich zur Ruhe. Andere wollen ja auch mal. Lange genug habe ich allein gerul0rt.

Solange Teleportation nicht erfunden wird, geh ich hier nicht weg. Auch nicht wenn Godzilla kommt. Ich bin hier der Fels in der Brandung in meiner Höhle. Ich halte mich an mir selber fest. Ich muss jetzt stark bleiben. Manches muss man aussitzen. Ich bilde eine organische Einheit mit meinem Hocker. Wir sind Eins. Ein Überwesen. Wir trotzen Wind und Wetter und Zeit und Raum. Wir ergänzen uns gut. Ich möchte lieber sitzen und er steht halt gerne. Wenn man Symbiose nachschlägt, findet man da ein kleines Foto von mir und meinem bequemen Freund. Zusammen haben wir schon viele aufregende Abenteuer erlebt. Auf ein Neues! Evolution at its best.

Albenschreiben 12 – Static X: Cannibal

Lach mich nicht aus. Ich sehe halt so aus. Man darf doch wohl noch Idole haben. Ganz ehrlich: Ich geh auch so in den Club rein. Ja, auch in meinem Alter. Mit stolz geschwellter Brust. Fuck, alle lachen mich aus. Ok, die sind halt zu jung. Nicht mein Geschäft. Ich will nur die Toten essen.

Sie ist süß. Bitte sei mein Opfer. Ich bezahle auch das erste Bier. Oder im Notfall sogar auch einen Aperol Spritz. Vielleicht schmecktst du dann nicht mehr. Aber ich möchte ja nicht wählerisch sein. Ich nutze deine Dummheit aus. Und? Das Klo ist frei. Aber ich habe Standards. Ich steige auf den Zigarettenautomaten. Ein Zug kommt. Ich fahre ab.

Ich fetze. Ein Glück das ich kein Lepra habe. Anscheinend soll man jetze reinkommen. Ich folge dem Befehl. Ich bin trotzdem kein Frankreich-Fan. Ich verteile deine Teile. Du scheinst es zu lieben. Es scheint niemanden zu interessieren. Wieso seid ihr alle so hässlich? Ich halte es nicht mehr aus. Ich muss dich mitnehmen. Zumindest auf den anderen Floor. Alle sehen deinen Sprengkörper.

Ich atme dich ein. Du bist ein Zerstörer. Ich besorge Auflösungsmittel. Du bist dabei. Du machst es wieder mal. Alle denken das Falsche. Sie müssten sich die CD anhören. Aber das kann ja keiner verlangen. Mir fallen spontan 40 Arten ein, dich glücklich zu machen. Heute passiert nichts davon. Sorry. Pech gehabt. Ich verschleppe dich. Eher im Gegenteil…

Du musst es kennen lernen. Sonst kannst du wahrscheinlich gar nichts damit anfangen. Spürst du es? Es interessiert mich nicht. Ich mache weiter. Du musst los. Ich lasse dich nicht los. Aber ich meine es gut mit dir. Das musst du doch verstehen. Oder? Es interessiert mich nicht. Nur ein kleiner Schnitt. Kein Problem. Deine Wunden werden heilen. Sei nicht schüchtern. Riskiere mal was.

Ich nenne es tanzen. Meine Arbeit lebt von der Improvisation. Schade, dass deine Freunde schon früher gehen mussten. Ich hätte sie gerne dabei gehabt. Man hätte etwas draus machen können. Wir hätten Geld dafür verlangen können. Ich lasse dich jetzt alleine. Hier. Du hast es dir verdient. Sie finden mich nicht.

Der Club ist leer. Scherben liegen verstreut auf dem Boden. Ein Keyboard wurde zerschlagen. Der DJ spielt Scheiße. Er will alle loswerden. Wahrscheinlich. Ich möchte den Pfand einlösen. Du hast ihn mir gegeben. Du warst im Vollbesitz deiner Geisteskräfte. Ein mündlicher Vertrag unter Erwachsenen. Mitarbeiter wollen Ordnung schaffen. Der Strom ist weg.

Vielleicht werden sie eine Überraschung finden. Ich weiß nicht was das soll…

Albenschreiben 11 – Monster Magnet: Spine of God

Wir sind hier! Könnt ihr uns hören? Wahrscheinlich nicht. Wir operieren auf einem ganz anderen Level. Hundepfeifen, Fledermäuse. Scheiß auf ein paar rollende Steine. Wir bringen ganze Gebirgszüge zum Einsturz. Sogar im Weltall. Ohne Schwerkraft. Wir sind stark unterwegs. Bitches sind anbei. Wir bauen Ritualstätten. Manche Leute werden sich noch wundern…

Ich fühle mich gut. Ab und an. Gerade jetzt. Du kannst mich mal. Ein kleines bisschen Medizin. Für meine Seele. Kurze Schritte, große Wirkung. Ich nutze den Effekt für etwas Positives. Ich gebe euch Feuer. Ein wirklich tiefgehendes Gespräch. Eine kurze aber wirkungsvolle Pause. Wir beginnen zu lachen. Und zu husten. So etwas interessiert uns gar nicht mehr. Zeit ist Syrup. Lungenstarre.

Wir sind HIER und JETZ. Aber nur ironisch. Wir zelebrieren den Zeitgeist. Der Weltgeist ist uns zu hoch. Wir spielen nur. Im Vorhof der Hölle. Eltern haften für ihre Kinder. Wir atmen tief ein und dann sind wir uns sicher, wirklich hier zu sein. Unser Sternzeichen hätte es dir sagen müssen. Mutti hatte dich gewarnt. Wir sind die, die alles einen Scheißdreck interessiert. Wir tragen Absätze. Du schüttelst deinen Kopf.

Der Moment ist da. Und er ist so lang, wie wir ihn wollen. Alle wissen es. Wir opfern eine Schlange. Wir trinken ihr Blut. Wir kommen zu Kräften. Das hält uns fit. Unser Sport. Eine Medaille wird verliehen. Du hast sie verdient. Aber du kannst immer noch kein Wort verstehen. Sorry, du musst früh raus. Ich kann in deinen Händen lesen. Das Fell der Tabla reißt.

Wenn wir sterben, dann wegen dir. Ja, du bist Schuld. Aber wir sind ja nicht so. Das war so abgesprochen. Schwamm drüber. Du hörst unsere Worte nicht. Vielleicht niemals. Das reicht uns. Wir kommen niemals zurück. Jedenfalls nicht in dieser Form. Wir sind Pioniere. Manche kommen noch dahinter. Manche nicht. Viele nicht. Der Weg ist da. Wir gehen ihn. Wir nutzen unser Rückgrat. Manche brechen wir.

Unser Herz ist groß. Zu groß. Wir lieben Jeden. Schneller und schneller. Diese Liebe ist allumfassend. Ein Chaos bricht aus. Niemand war darauf vorbereitet. Ich hoffe, wir können uns dieser Situation entsprechend schnell anpassen. Fehler sind nur menschlich. Wir haben eine Kerze angezündet. Langsam hast du es raus.

Die Hölle erlischt. Es wird kalt. Wir beten zu den Titanen. Auf ihren Rücken liegt die Welt. Roadtrip? Are you ready for a little spin? Heute wird Niemand mehr verbannt. Der Jahrmarkt hat noch zwei weitere Wochen auf. Freu dich drauf. Wenigstens eine Antwort Es könnte alles gut ausgehen. Solange du unsere Worten Glauben schenkst. Sei kein Arsch.