Albenschreiben 13 – Cosmosquad: Squadrophenia

Anspitzen. Um Schärfe aufzunehmen. Zu lange stumpf. Es hat sich nichts gesammelt. Ich bin Lotus. Die Dinge gleiten an mir ab. Hinterlassen keine Spur. Keine Ausbrüche, keine Gefangenen. Ein Sturm zieht über mich hinweg. Ich lasse mich nicht beeindrucken. Ich bin nur halb aus Zucker. Die andere Hälfte Fett. Mein Schutzwall, wie ich ihn liebevoll nenne. Sitzen bleiben hat noch niemandem geschadet.

Ich addiere eine Oktave nach unten und reise durch die Zeit. Ich kenne diesen Ort. Ich war früher schon einmal hier. Es hat sich nichts geändert. Ich behaupte, mich auszukennen. Den Weg kann ich trotzdem nicht mehr finden. Das finde ich merkwürdig. Merkst du noch was? Eben.

Die Geschwindigkeit zieht an. Du siehst hübsch aus in diesem Kleid. Der Kerzenschein steht dir. Solltest du immer so machen. Ein deepes Gespräch. Jetzt schön, Morgen wieder vergessen. Das Glas zerspringt. Der Boden ist in Rot ertränkt. Ich fische dich heraus. Mund-zu-Mund-Beatmung. Mein alter Trick. Es funktioniert noch immer. Dieser Moment wird bleiben. Du auch? Du ringst nach Luft.

Ich bleibe jetzt lieber instrumental. Ich kann doch nicht so mit Wörtern. Stimmung muss allerdings sein. Partyhüte passen immer. Sie zaubern ein Lächeln auch auf das traurigste aller Gesichter. Geh mal so in einen Westernsaloon. Wirste erschossen. Aber die Leute lächeln. Wahrlich magisch. Ich besitze immer die neuste Kollektion. Dazu passend: Eine Papiertröte in jeder Tonart. Ich bin ein Mann des Blues.

Der Bleistift bricht ab. Ansonsten wäre es ganz sicher das vollkommene Kunstwerk geworden. Ich gebe auf. Die Flammen züngeln lustig aus dem Mülleimer. Geliebte Erinnerungen werden verbrannt. Es darf einfach nichts mehr bleiben. Ich werde unhistorisch. Ich setze mich zur Ruhe. Andere wollen ja auch mal. Lange genug habe ich allein gerul0rt.

Solange Teleportation nicht erfunden wird, geh ich hier nicht weg. Auch nicht wenn Godzilla kommt. Ich bin hier der Fels in der Brandung in meiner Höhle. Ich halte mich an mir selber fest. Ich muss jetzt stark bleiben. Manches muss man aussitzen. Ich bilde eine organische Einheit mit meinem Hocker. Wir sind Eins. Ein Überwesen. Wir trotzen Wind und Wetter und Zeit und Raum. Wir ergänzen uns gut. Ich möchte lieber sitzen und er steht halt gerne. Wenn man Symbiose nachschlägt, findet man da ein kleines Foto von mir und meinem bequemen Freund. Zusammen haben wir schon viele aufregende Abenteuer erlebt. Auf ein Neues! Evolution at its best.

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