Albenschreiben 7 – Gorguts: Obscura

Lass es fließen Bruder. Ein Nagelteppich versperrt die Durchfahrt. Es muss angehalten und betrachtet werden. Wieso wurde die Straße blockiert? Ist das ein Ölfilm? Verbranntes Gummi? Barbecue? Man könnte ins Schlingern kommen. Es stockt. Transzendieren unmöglich. Vielleicht nur ein Unfall?

Die Tonalität bleibt hinter einem. Damals hatten diese Töne noch einen ihnen fest zugeordneten Rahmen, Raum und Wert. Eine Funktion. Bedeutung kam ihnen zu. Sie konnten sich auf etwas beziehen. An ihrer Stelle steht nun Schmerz und Noise. Wir jubeln. Unsere Kehlen sind überstrapaziert vom vielen Zustimmen. Unser Nacken schmerzt vom vielen Nicken. Unser Blick ist trüb vom vielen Schauen. Ein milchiger Schleier liegt über den Dingen. Got Milk? Wir kommen noch dahinter…

Rot. Eine Signalfarbe. Ich steuere auf diesen Punkt unweigerlich hinzu. Es ist eine Ampel. Ich kann nicht mehr vorbei. Wir bitten Sie, die StVO zu beachten. Gerne. Der Himmel ist eine einzige dunkle Wolke. Es ist behangen. Ich habe keinen Schirm. Mein Kopf schmerzt, meine Innereien quälen mich. Ich glaube, Sie haben Spaß daran. Es beginnt zu regnen.

Ich entsteige dem Schlamm. Eine neue Haut hat sich gebildet. Die Luft ist rein, der Blick geklärt. Die Erde bebt. Sie beginnt zu brechen. Ich bewege mich aufrecht. Lavaströme ziehen stoisch an mir vorbei. Fun Fact: Auf ihrer Oberfläche könnte ein voll ausgewachsener Mensch liegen bleiben und würde doch nicht untergehen. Nur verbrennen. Das hebe ich mir allerdings für später auf. Für sowas habe ich jetzt keine Zeit.

Mir entsteigt Qualm. Ich rauche. Ich springe erneut ins Wasser um den Durst zu löschen. Er bleibt. Ich domestiziere den Durst und mache ihn mir nutzbar. Ich errichte mir ein Haus und leine ihn vor der Türe an. Nur zum Schutz. Manchmal erkennt er mich nicht. Er kennt keine Tricks. Ich muss das dulden.

Die Straße ist geräumt. Wir können sie wieder befahren. Neuer Belag wurde darauf gepackt. Asphaltieren nannte man das mal. Betonkrabbler und Mimikri. Mit Kriegsbemalung geschmückt, stechen wir ins steinerne Meer. Ein Schlagbohrer wäre angebracht. Die Galionsfigur weist uns den richtigen Weg. Immer. Eine Frage bleibt: Wer waren diese Männer ohne Gesicht?

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