Innenansichten einer jungen Union

Eines muss man den Politikern ja lassen…, die lernen wenigstens junge Frauen im Internet kennen, im Gegensatz zu den ebenfalls potenten gleichaltrigen Jungs.
Wie sinnlos schön es wäre sich über den trotteligen Herrn von Boetticher (Codename CvB) und die noch trotteligere mysteriöse Facebook-Bekanntschaft (Codename Junge-Union-Mädchen) in jeder erdenklichen Weise zu empören. „Moralisch Verwerflich“ – „Es war Liebe“ – „Er war doch trotzdem ein guter Politiker“ – „politisch ein Fehler“ uswusf. Das sind die Zutaten mit denen momentan die Meinungskanäle problemlos einen leichtverdaulichen Cocktail an Empörung und Relativierung abspielen.
Für den hier verhandelten Kontext sind aber vor allem zwei Dinge interessant: Ist der „Gefällt mir“-Button in dem Fall eine subversive Form des erotischen Cyber-Vorspiels und
warum lernt Frau Merkel nicht endlich mal ihren Prinzen bei Google+ kennen?

Eine Facebook-Affäre klingt für den ambitionierten Tagesschau Hörer (ja auch im Fernseh „hört“ man noch die Nachrichten) um die 60+ wohl eher so wie eine Art Freudenhaus mit Fax-Optionen. Das Klischee von der internetfeindlichen Senioren mag vielleicht ein wenig überzogen sein, aber eine allgemeine Verwunderung warum nun solche Kanäle für die Aquirierung von Liebschaften benutzt wird, gibt es schon bei der älteren Generation. Dabei kommt die humorvolle Seite dieses „Sex“-„“Skandals““ (man beachte die Anführungszeichen) erst zur vollen Geltung, wenn man den Facebook-Hintergrund ein wenig kennt.
Man stelle sich die damals 16-Jährige junge Dame vor, wie sie beim gemütlichen Facebook-Surfen mit einem Twilight-Buch in der Hand bei dem netten Christian von Boetticher, seines Zeichen CDU-Spitzenkandidat im hohen Norden, auf „Gefällt mir“ klickt. Was gefiel ihr denn so? Politisches Profil besitzt CvB in etwa so viel wie eine unverputzte Betonwand in Pinneberg- Das kann es also kaum gewesen sein. Oder war es sein roter Kopf, der eher nach Bluthochdruck aussieht, als nach gesundem Teint? Am schönsten wäre natürlich die Vorstellung, dass der netten Dame das überdeutliche Phallus-Symbol im Gesicht des Herrn CvB dazu bewegt hat ihr „Gefallen“ mit einem Klick zu bestätigen.
Doch dann ist da ja noch der Herr CvB, der mal in einer ruhigen Minute aus seinem Minsterium auf den vorbeifließenden Fluss schaute und sich dachte er könne ja auch mal Volksnähe zeigen und seine Unterstützter bei Facebook inspizieren. Dabei entdeckte er die junge Unterstützerin und war wohl direkt angetan. Es folgte eine Korrespondenz über viele hundert Mails und SMS, bis es zu den unvergleichlichen Tagen in einem Düsseldorfer Hotel kam. „Gefällt mir“ bekommt hier eine lasszive Erotik, die auf eine virile Manneskraft trifft, sodass man über die chaotischen Auswirkungen dieser kommunikativen Handlung eines Maus-klicks nur lachen kann. Die Werbung hatte wie immer schon recht: „Die große Liebe ist nur ein Klick entfernt“
Solche Geschichten der „Liebe“ schreibt tatsächlich nur eine Telenovela. Moralisch verwerflich ist dabei sicherlich nichts. Ganz im Gegenteil sollten solche Geschichten für nur eines Sorgen – Große satirische Freude. Bei solchen Skandalen schwingt beim Publikum häufig ein wenig Mitleid über den Karrieresturz mit, den die betreffenden Personen erleiden – Warum nur frage ich mich da immer wieder. Die werden schon klarkommen und nicht ab morgen auf der Straße schlafen. Außerdem gab es selten einen so austauschbaren Politiker wie CvB. Deshalb sollte man solche wilden Geschichten einfach nur mit einer schönen Prise Freude genießen.
Wo wir schonmal dabei sind: Was würden wir dafür geben, wenn Frau Dr. Merkel bei einem „Hangout“ auf Google+ mal ein wenig von ihrer Schulter zeigen würde. Oder wenn ein Hamburger Bürgermeister mal bei einem 19-jährigen Praktikanten bzgl. seiner sexuellen Orientierung vorfühlen würde. Moment mal?! Ole von Beust (CDU) hat schon auf diesem Level operiert? Wie soll man das, außer Super [sic!], denn sonst finden?
Darum plädiere ich in Zukunft bei allen Sex-Skandalen nicht mehr nach richtig oder falsch, geschweige denn moralisch oder unmoralisch zu fragen, sondern nur nach:

Geil oder Super Geil!?!

Zur Einstimmung habe ich noch eine musikalische Umsetzung dieses Ansatzes:

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